Unter der Woche mache ich inzwischen ungern zwei Sachen an einem Abend.
Wenn ich nach der Arbeit noch zum Sport gehe, reicht mir das meistens. Wenn ich Freunde treffe, bleibt der Wäschekorb halt stehen.
Früher habe ich versucht, Dienstagabend noch Sport, Einkauf und Treffen unterzubringen und war dann auf alles gleichzeitig schlecht gelaunt.
Der Wäschekorb beschwert sich bisher am wenigsten.
Ich habe irgendwann gemerkt, dass ich nach der Arbeit nicht unbedingt müde bin. Ich will nur erst mal von niemandem mehr etwas.
Acht Stunden Fragen, Meetings, Slack, „hast du kurz?“ und dann schreibt um 18 Uhr ein Freund: „Noch spontan Bier?“
Eigentlich würde ich ihn gern sehen.
Mein Gehirn liest aber nur: weiterer Termin mit Gespräch.
Wenn wir uns dann doch treffen, bin ich meistens froh. Der schwierige Teil ist wirklich nur, nach Feierabend noch einmal aus dem Ruhemodus rauszukommen.
Unter der Woche sage ich Treffen inzwischen lieber direkt für 19 Uhr zu, statt vorher noch nach Hause zu fahren.
Sobald ich Jacke und Schuhe ausgezogen habe und „nur kurz“ aufs Sofa gehe, ist der Abend praktisch entschieden.
Direkt von der Arbeit irgendwohin: geht.
Erst nach Hause und später wieder raus: völlig anderes Forschungsgebiet.
Ich plane Treffen unter der Woche lieber an Tagen, an denen mein Arbeitskalender nicht schon aus sechs Gesprächen besteht. Mittwoch ist für mich nicht grundsätzlich sozialer als Dienstag. Aber ein Mittwoch mit zwei Stunden Fokusarbeit kann sich nach Feierabend komplett anders anfühlen als ein Dienstag voller Meetings.
Anmelden, um einen Eintrag zu schreiben.